Dein erstes BJJ-Turnier: Was du wissen musst, bevor du kämpfst

Dein erstes Brazilian-Jiu-Jitsu-Turnier steht bevor? Vielleicht freust du dich schon darauf, dich mit anderen zu messen. Vielleicht bist du nervös und weißt noch nicht genau, was dich erwartet. Beides ist völlig normal.

Ein Turnier ist eine großartige Gelegenheit, dein Jiu-Jitsu unter anderen Bedingungen zu testen, Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, woran du noch arbeiten kannst.

Damit du dich auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt, solltest du ein paar Dinge vorbereiten. Denn dein erster Wettkampf sollte nicht daran scheitern, dass du die falsche Kleidung dabeihast, dein Gewicht nicht passt oder du die Regeln nicht kennst.

1. Trainiere regelmäßig, bevor du dich anmeldest

Die erste Voraussetzung für dein erstes Turnier ist, dass du über einen längeren Zeitraum regelmäßig trainiert hast.

Was bedeutet regelmäßig? Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt davon ab, wie häufig und intensiv du trainierst, wie schnell du lernst und welche Erfahrungen du bereits mitbringst. Ein Zeitraum von mehreren Monaten ist eine sinnvolle Orientierung, aber keine feste Regel für jeden Menschen.

Entscheidend ist, dass du ausreichend Erfahrung gesammelt hast, um dich auf der Matte zurechtzufinden und unter Widerstand grundlegende Entscheidungen treffen zu können.

Es gibt keinen Grund, ein Jahr oder länger zu warten, nur weil du noch Anfänger bist. Sprich mit deinem Trainer und lass dich beraten, ob du bereit bist und welches Turnier zu deinem aktuellen Entwicklungsstand passt.

Wichtig ist aber: Wenn du bisher nur sehr unregelmäßig trainierst, solltest du nicht einfach spontan an deinem ersten Turnier teilnehmen.

Du musst noch kein guter Wettkämpfer sein. Aber du solltest dich vernünftig vorbereitet haben.

2. Melde dich frühzeitig an und lies die Bedingungen

Ein Turnier sollte keine spontane Entscheidung in der Woche davor sein.

Plane es möglichst mehrere Wochen, gerne auch Monate im Voraus. So hast du ein konkretes Ziel, kannst dein Training darauf ausrichten und dich in Ruhe um die Organisation kümmern.

Lies dir unbedingt die Teilnahmebedingungen des Veranstalters durch. Und zwar vollständig, nicht nur die Informationen auf der Startseite.

Besonders wichtig sind die Stornierungs- und Rückerstattungsbedingungen:

  • Bis wann kannst du dich abmelden?

  • Unter welchen Bedingungen bekommst du dein Geld zurück?

  • Gibt es einen Gutschein statt einer Rückerstattung?

  • Welche Fristen gelten für Änderungen deiner Anmeldung oder deiner Gewichtsklasse?

Diese Informationen können je nach Veranstalter unterschiedlich sein. Kläre sie, bevor du bezahlst, und nicht erst dann, wenn du plötzlich nicht teilnehmen kannst.

3. Kenne die Regeln, bevor du auf der Matte stehst

Du musst nicht das komplette Regelbuch auswendig lernen. Aber du solltest die wichtigsten Regeln deines Turniers verstehen.

Informiere dich insbesondere über:

  • Wie beginnt ein Kampf?

  • Wie werden Punkte vergeben?

  • Welche Aktionen bringen Vorteile oder Bestrafungen?

  • Welche Techniken sind in deiner Alters- und Gürtelklasse erlaubt?

  • Welche Aktionen sind verboten?

  • Wie wird ein Kampf gewonnen – durch Submission, Punkte oder eine Entscheidung?

Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Veranstalter, Altersklasse und Leistungsniveau. Informiere dich deshalb über das konkrete Turnier, an dem du teilnehmen möchtest.

Noch besser: Trainiere entsprechend diesen Regeln. Es bringt wenig, die Punktevergabe theoretisch zu kennen, wenn du im Sparring nie darauf achtest, welche Positionen Punkte bringen oder welche Aktionen zu einer Bestrafung führen können.

Du willst am Wettkampftag Jiu-Jitsu machen – nicht zum ersten Mal versuchen, die Regeln zu verstehen.

4. Wähle deine Gewichtsklasse vernünftig

Überlege dir rechtzeitig, in welcher Gewichtsklasse du starten möchtest.

Wenn du nahe an einer Gewichtsgrenze liegst, ist es gerade beim ersten Turnier meistens sinnvoll, die nächsthöhere Gewichtsklasse zu wählen, statt zu versuchen, unbedingt in eine niedrigere zu passen.

Mach für deinen ersten Wettkampf kein Gewicht.

Du musst nicht zusätzlich zu deinem Training eine Diät, Wasserrestriktion oder kurzfristige Gewichtsreduktion organisieren. Konzentriere dich darauf, Jiu-Jitsu zu lernen und möglichst gut vorbereitet anzutreten.

Prüfe außerdem genau, wie das Wiegen abläuft:

  • Wann wird gewogen?

  • Welche Kleidung darfst oder musst du beim Wiegen tragen?

  • Wie hoch ist das erlaubte Gewicht?

  • Gibt es eine Toleranz?

  • Was passiert, wenn du zu schwer bist?

Verlasse dich nicht auf Erfahrungen von anderen Turnieren. Die Bedingungen können sich unterscheiden. Lies die aktuellen Vorgaben des Veranstalters und plane entsprechend.

5. Kontrolliere deine Wettkampfkleidung

Ein weiterer Punkt, der sich leicht vermeiden lässt: Probleme mit der Ausrüstung.

Bei Gi-Turnieren gibt es Vorgaben zu Farbe, Zustand, Schnitt und Maßen des Gis. Bei No-Gi-Turnieren können bestimmte Anforderungen an Rashguard und Shorts gelten. Je nach Regelwerk können auch die Farben des Rashguards vorgeschrieben sein, um deine Gürtelklasse zu kennzeichnen.

Prüfe deshalb vor deiner Anmeldung beziehungsweise rechtzeitig vor dem Turnier:

  • Ist mein Gi regelkonform?

  • Sind mein Rashguard und meine Shorts erlaubt?

  • Welche Farben sind vorgeschrieben?

  • Muss mein Rashguard eine bestimmte Rangfarbe haben?

  • Welche zusätzlichen Anforderungen gelten für meine Klasse?

Kontrolliere deine Ausrüstung frühzeitig und nicht erst am Wettkampftag. Wenn etwas nicht passt, hast du dann noch Zeit, eine Lösung zu finden.

Packe außerdem alles ein, was du brauchst: Gürtel, gegebenenfalls Ersatzkleidung, Wasser, etwas zu essen und deine persönlichen Gegenstände. Achte auf saubere Ausrüstung und kurz geschnittene Finger- und Fußnägel. Schmuck gehört beim Kämpfen nicht an den Körper.

6. Verstehe den Zeitplan

Die Zeitplanung ist für Anfänger oft schwieriger, als sie zunächst aussieht.

Turnierveranstalter veröffentlichen üblicherweise einen Zeitplan und Informationen zu den einzelnen Brackets. Daraus musst du verstehen, wann du dich anmelden beziehungsweise einchecken musst, wann du gewogen wirst und wann deine Kämpfe voraussichtlich stattfinden.

Wenn dir das nicht klar ist, frag deinen Trainer oder erfahrene Teamkollegen. Es ist besser, einmal zu viel nachzufragen, als am Wettkampftag etwas falsch zu verstehen.

Plane genügend Zeit für die Anreise ein und sei deutlich früh genug vor Ort. Turniere können sich verzögern, Brackets können sich verändern und Kämpfe können früher oder später stattfinden als ursprünglich erwartet.

Verlasse dich deshalb nicht darauf, erst kurz vor deiner angegebenen Kampfzeit anzukommen. Wenn du nicht weißt, wie der Ablauf funktioniert, bleib mit deinem Trainer und deinem Team in Kontakt.

7. Sprich mit deinem Trainer über deinen Gameplan

Du musst vor deinem ersten Turnier nicht zehn verschiedene Strategien beherrschen.

Es ist viel hilfreicher, wenn du einige Dinge hast, auf die du dich verlassen kannst.

Was möchtest du im Stand machen? Welche Guard möchtest du spielen? Welche Positionen kennst du gut? Welche Aktionen möchtest du vermeiden? Und was machst du, wenn dein erster Plan nicht funktioniert?

Besprich diese Fragen mit deinem Trainer und trainiere deinen Gameplan im Sparring. Du wirst am Wettkampftag nicht alles kontrollieren können. Aber du kannst dafür sorgen, dass du nicht völlig planlos in deinen ersten Kampf gehst.

Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst einen Ausgangspunkt, mit dem du arbeiten kannst.

8. Setze dir für dein erstes Turnier die richtigen Ziele

Natürlich möchtest du gewinnen. Das ist völlig in Ordnung. Du bereitest dich vor, trainierst und gehst auf die Matte, um dein Bestes zu geben.

Aber dein erstes Turnier ist mehr als das Ergebnis auf der Anzeigetafel.

Du wirst erleben, wie sich die Wettkampfsituation anfühlt. Du wirst merken, wie du mit Nervosität umgehst, welche Teile deines Jiu-Jitsu unter Druck funktionieren und welche noch nicht. Vielleicht entdeckst du Probleme, die dir im normalen Training nie aufgefallen sind.

Das ist wertvolle Information.

Wenn du gewinnst, freu dich darüber. Wenn du verlierst, versuche zu verstehen, warum. Beides kann dir helfen, dich weiterzuentwickeln.

Dein erster Wettkampf muss nicht beweisen, wie gut du bist. Er gibt dir die Möglichkeit, herauszufinden, wo du stehst und was dein nächster Schritt sein kann.

Dein erstes Turnier ist der Anfang

Wenn du regelmäßig trainiert hast, die Regeln kennst, deine Ausrüstung vorbereitet hast und weißt, wie der Ablauf funktioniert, hast du bereits einen großen Teil deiner Vorbereitung erledigt.

Du musst nicht alle Antworten kennen. Du musst nicht jede Technik beherrschen. Und du musst auch nicht ohne Nervosität auf die Matte gehen.

Du musst bereit sein, dich der Herausforderung zu stellen und aus der Erfahrung zu lernen.

Also: Such dir ein passendes Turnier, sprich mit deinem Trainer, bereite dich vernünftig vor und melde dich an.

Du musst nicht warten, bis du dich wie ein Wettkämpfer fühlst. Manchmal wirst du erst durch deine ersten Wettkämpfe zu einem.

Wir sehen uns auf der Matte!

Joshimitsu BJJ Solothurn

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Du musst nicht auf den richtigen Moment warten